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Junggesellenschaft Evern von 1890
Die "Junggesellenschaft" Evern ist ein Verein mit einer über hundertjährigen Tradition. Gegründet wurde der Zusammenschluss im Jahre 1890 in Evern.
Seither pflegt die JGS Evern althergebrachte Bräuche, wie zum Beispiel den alljährlichen Fastnachtsumzug durch das Dorf. Die Mitglieder sind grundsätzlich junge Männer aus Evern, die das 16. Lebensjahr vollendet haben. Kerngedanke der JGS ist es, alte Bräuche und Traditionen zu pflegen und den Gemeinschaftssinn sowie die Kameradschaft innerhalb der Gruppe zu prägen.
Auch zünftige Feiern und gemeinschaftliche Fahrten und Ausflüge stehen auf dem Jahresprogramm der jungen Männer, wobei das Feiern und die Heiterkeit stets im Mittelpunkt stehen. Eingeleitet werden die jährlichen Aktivitäten durch die Jahreshauptversammlung, auf welcher der Vorstand und andere Würdenträger von den Mitgliedern gewählt werden. Die anderen Würdenträger sind der Doktor und der Barbier. Die Aufgaben dieser beiden werden später noch näher erläutert.
Nach der Jahreshauptversammlung, welche die eigentlichen Hauptaktivitäten eingeläutet, steht noch die Versteigerung der Mädchen des Dorfes auf dem Programm. Dieses hört sich vielleicht etwas barbarisch an, ist aber sehr harmlos. Auf der Versteigerung werden praktisch alle jungen Damen des Dorfes den Junggesellen zum Kauf angeboten, Dieses Treiben hat aber nur den Sinn, etwas Geld in die Kasse zu bekommen, da die Mitglieder keinen Beitrag zahlen. Von den erzielten Einnahmen wird zum Abschluss der Fastnachtszeit eine große Fete mit eben den ersteigerten Weiblichkeiten veranstaltet.
Der Höhepunkt ist allerdings der schon angesprochene alljährliche Fastnachtsumzug durch das heimatliche Dorf. Der Umzug hat seinen Sinn in der, früher üblichen Abergläubigkeit der Menschen. Auf dem Umzug wird möglichst viel Lärm und Radau gemacht um die Winter- geister zu vertreiben. Der Lärm wurde in früherer Zeit mit einer Art von Rasseln veranstaltet, heute werden dazu Knallkörper verwendet. Um die Wintergeister und Kobolde aus den Häusern zu vertreiben, werden die Türzagen dieser mit den selbstgebundenen Ruten aus Tannen- zweigen bestrichen um somit unliebsamen Kreaturen den Eintritt zu verwehren, da Tannen- und Mistelzweigen früher eine heilende und magische Wirkung nachgesagt wurde.
Als Dank der Bewohner für die Befreiung von den dämonischen Kreaturen erhalten die Junggesellen Gaben in Form von Schnaps, Wurst, Brot, Eiern und Geld. Die eingenommenen Geschenke werden noch am selben Abend im geselligen Beisammensein vertilgt. Alle Neueintritte des Jahres werden am Abend des Umzuges rasiert. Diese Rasur macht die Jugendlichen zu Männern, deshalb auch die obligatorische erste Rasur. Diese Rasur wird von dem schon oben angesprochenen Barbier übernommen, der mit einer speziellen Rasiercreme und einem historisch überliefertem Holzmesser die sogenannten "Frischlinge" bearbeitet. Sein engster Vertrauter ist an diesem Abend der Doktor, der sogleich die Gesundheitsprüfung übernimmt und die Frischlinge auf Läuse, Flöhe oder anderes Geziefer untersucht. Auch eine Überprüfung des Gebisses darf natürlich nicht fehlen. Sollte der Doktor auf irgendwelche unerwünschten Gebrechen stoßen, was logischerweise immer der Fall ist, so werden diese mit einer Spezialmedizin aus dem befallenen Körper vertrieben. Nach der Rasur haben die Frischlinge ihre erste Feuertaufe bestanden, werden in die Reihen der Junggesellen aufgenommen und gelten von nun an als Männer. Nach der anstrengenden Tortour wird noch bis tief in die Nacht gefeiert, wobei der Eine oder Andere sicher nicht den kürzesten Weg nach Hause einschlagen wird, sondern anstelle der Geraden lieber die Schlangenlinie vorzieht.

1. Vorsitzender: Dennis Brause
2. Vorsitzender: Nils Wilke-Rampenthal
Kassenwart: Cord Lüders
Barbier: Cord Lüders
Doktor: Kai Phillip Aue








